Interview: Fünf Fragen an Patricia Field, die Stylistin von “Sex And The City”
Patricia Field, die Outfits, die Sie zusammenstellen, sind manchmal ziemlich extravagant. Erwarten Sie, dass sich jede Frau wie Carrie Bradshaw anzieht?
Nein. Die Botschaft, die ich durch Carrie vermitteln will, ist: Sei frei und unabhängig und kleide dich so, wie du es willst. Carrie soll nicht diktieren, wer was anzuziehen hat. Im Gegenteil: Sie soll nur als Inspiration dienen. Alles andere wäre nicht richtig. Es macht nämlich keinen Spaß, andere zu kopieren. Richtig wohl fühlt man sich nur, wenn man man selbst sein kann.
Gab es Momente in der Serie, in der Sie sich zu weit hinausgewagt haben?
Nein, nicht für mich. Aber ganz zu Beginn der Serie haben wir Carrie einmal ganz ausgefallen eingekleidet. Da hat sich der Produzent oder der Autor beschwert und gemeint: „Oh mein Gott, was hat sie denn jetzt wieder an? Zieh sie um! Deine Kleider sind so verrückt, dass sich niemand mehr auf den Dialog konzentrieren kann.“ (lacht) Ich habe dann nur erwidert: „Ich kann sie nicht umstylen. Du musst dir halt einen besseren Text einfallen lassen.“
Hat sich Sarah Jessica Parker alles von Ihnen aufschwatzen lassen, oder hat sie sich auch mal geweigert?
Im Gegenteil. Sarah Jessica hat sich wie im Schlaraffenland gefühlt. Sie hat viel Zeit bei mir im Kleiderarchiv verbracht. Als Privatperson zieht sie sich ja eher klassisch und einfach an, also eher das Gegenteil von Carrie. Darum hat sie es wohl auch so genossen, mit Carrie verschiedene Sachen auszuprobieren. Und wenn es darum ging, irgendwelche verrückten Outfits vor dem Produzenten oder dem Regisseur zu verteidigen, war sie immer an vorderster Front.
Haben Sie es wirklich immer geschafft, die Kritiker am Set zu überzeugen?
Nein, ich muss zugeben, einmal haben Sarah Jessica und ich verloren. Wir haben eine Szene gedreht, in der Carrie etwas ganz Ausgefallenes anhat. Sarah Jessica und ich hatten für diese Szene einen Hut mit einer langen Feder vorgesehen, um das Outfit noch schriller zu machen. Unser Regisseur meinte dazu nur: „Das kommt nicht in die Tüte.“
Und dann haben Sie einfach aufgegeben?
Natürlich nicht! Am Drehtag war der Regisseur aus irgendeinem Grund nicht anwesend. Sarah Jessica und ich haben ihr also einfach diesen Hut aufgesetzt und los ging’s. Als der Regisseur die Szene gesehen hat, ist er richtiggehend ausgerastet. Wir mussten sie nochmals drehen. Aber Sie sehen: So einfach gebe ich nicht auf!
Interview: Sarah Elena Schwerzmann, London
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