Supermodel Gia Carangi
An dieser Stelle dürfen jede Woche neue Stars und Sternchen unseren Fashion-Thron besteigen und somit vorübergehend über den Modekosmos herrschen. Doch wehe, sie verstoßen gegen das Style-Protokoll bei Hofe! Denn Modesünder müssen dann der fashionQueen als Hofnarren dienen ...
Das tragische Supermodel
Wenn mal wieder ein DVD-Abend ansteht und einem zwar nach etwas Schönem fürs Auge, aber nicht nach allzu leichter Kost ist, dem sei der Film ans Herz gelegt, der Angelina Jolie zum Durchbruch verhalf: „Gia – Preis der Schönheit“. Hier ist Angelina Jolie in schauspielerischer Bestform zu bewundern – bevor sie zur hauptberuflichen Kinder-Herumschlepperin wurde …

Gia Carangi auf dem Cover der Cosmopolitan
Angelina verkörpert das 70er-Jahre-Topmodel Gia Carangi in der Verfilmung ihres kurzen, tragischen Lebens. Gia Carangi arbeitete im Imbiss ihres Vaters in Philadelphia, als sie zufällig von einem Fotografen entdeckt wurde. Der Startschuss für eine schnelle, heftige Karriere: 1977 ging Gia nach New York und wurde in der berühmten Agentur „Wilhelmina“ aufgenommen. Die gerade mal 18-Jährige war mit ihrem punkigen Look und den strubbeligen dunklen Haaren das genaue Gegenteil der gefälligen blonden Mannequins dieser Zeit und bediente so den ständigen Hunger der Modewelt nach Frischfleisch. Schnell zierte sie Cover der Vogue oder Cosmopolitan und bekam hohe Gagen. Im Scheinwerferlicht hatte Gia gefunden, was sie seit der Trennung ihrer Eltern immer gesucht hatte: Anerkennung und Bewunderung. Doch schon bald zehrte die Oberflächlichkeit der Branche an ihr, sie hatte es satt, ständig wie ein „schönes Stück Fleisch“ behandelt zu werden – und flüchtete sich ins Partyleben im legendären „Studio 54“. Und in die Drogen. Schon damals gehörte Kokain in der „Fashion Society“ zum guten Ton, hält es doch auch nach stundenlangen Shootings und kurzen Nächten fit, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen. Doch schon bald kam Heroin dazu – der Anfang vom Ende. Auch in ihrem Privatleben lief es nicht gut: Gia war bekennend bisexuell und konnte, schön wie sie war, haben, wen sie wollte. Doch die einzige Art von Liebe fand sie bei einer Visagistin, die sich allerdings nicht zwischen ihrem Freund und Gia entscheiden konnte und zudem von Gias Drogenkonsum angewidert war.
Angelina Jolie spielt Gia Carangi
Biografie des Supermodels
Es ging rasant abwärts: Bald wollte niemand mehr ein Model buchen, das heroinsüchtig war und bei Shootings nur noch vor sich hindämmerte. Oft trug Gia ihre Gage sofort nach einem Hochglanz-Shooting in das damals berüchtigte New Yorker Viertel Lower Eastside, um sich in schmuddeligen Junkie-Lofts ihre Schüsse zu setzen. Manchmal in der Designerrobe, die sie am Set getragen hatte. Nach einem Autounfall unter Drogeneinfluss wurde sie verhaftet und versuchte, einen Entzug zu machen, doch sie war zu labil und wurde bald rückfällig. Bald waren Gias finanzielle Reserven verbraucht und das ehemalige Topmodel lebte nun von der Sozialhilfe. 1986 wurde Gia mit einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort entdeckten die Ärzte, dass sie HIV-positiv war, ein Phänomen, das man damals nur von wenigen Schwulen und Fixern kannte. Mit nur 26 Jahren starb Gia Carangi als eine der ersten Frauen an Aids. Sie hatte sich wohl an einer Spritze infiziert.
Angelina Jolie verkörpert Gia derart beeindruckend, dass sie für die Rolle einen Golden Globe erhielt. Parallelen zu Angelinas eigenem Leben gibt es auch: Angelina gibt offen zu, dass sie Frauen attraktiv findet und alles an Drogen ausprobiert hat, was es gibt. Sie ließ sich so auf die Figur der Gia ein, dass sie nach dem Dreh Depressionen bekam und eine Weile nicht mehr arbeiten konnte – weil sie das Gefühl hatte, „nichts mehr geben zu können“.
Und trotz der dramatischen Story verschlägt es einem fast den Atem, wie umwerfend Angelina als Supermodel aussieht. Über „Brangelina“, die Kinderschar, ziemlich unglamouröse Outfits und ihren radikalen Gewichtsverlust in letzter Zeit ist das ja ziemlich in Vergessenheit geraten …
Filmausschnitt aus „Gia – Preis der Schönheit“
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