BeQueen Logo
Anna Wintour – die böse Frau der Modewelt?
(1 Bewertung)

Anna Wintour – die böse Frau der Modewelt?

An dieser Stelle dürfen jede Woche neue Stars und Sternchen unseren Fashion-Thron besteigen und somit vorübergehend über den Modekosmos herrschen. Doch wehe, sie verstoßen gegen das Style-Protokoll bei Hofe! Denn Modesünder müssen dann der fashionQueen als Hofnarren dienen ...

Einen Mode-Blog schreiben ohne über die wichtigste Frau im Fashion-Business zu reden? No way! Deshalb widmen wir uns heute Anna Wintour, der legendären und berühmt-berüchtigten US-Vogue-Chefin
 
Anna Wintour – die böse Frau der Modewelt?

Die mächtige US-Vogue-Chefin Anna Wintour 

Allen Mode-Laien wurde sie spätestens als Vorlage für Meryl Streeps Rolle der bösartigen Chefin in „Der Teufel trägt Prada“ bekannt. Ihre Ex-Assistentin Lauren Weisberger wagte es, Anna öffentlich als ganz, ganz böse Frau hinzustellen. Eigentlich ein absolutes No-go, gilt Anna Wintour doch als mächtigste Frau der Modebranche. Ein Wort von ihr genügt, und ein Designer wird zum Star – oder geht kläglich unter. Bisher wagte es niemand, Anna zu kritisieren.

Als Tochter reicher Eltern (ihr Vater Charles Wintour war Chefredakteur des einflussreichen „Evening Standard“) hatte Anna einen leichten Berufseinstieg: Papa vermittelte ihr 1970 einen Job beim britischen Magazin „Harpers & Queen“ in London. 1976 zog sie nach New York City, um beim dortigen "Harper’s Bazaar“ eine Stelle als Mode-Redakteurin zu übernehmen. Nach Stationen bei der britischen Vogue und anderen Magazinen hatte sie dann 1988 ein Vorstellungsgespräch bei der damaligen US-Vogue-Chefin Grace Mirabella. Auf deren Frage, welchen Posten sie sich wünsche, sagte Anna: „Ihren!“. Und so sollte es auch kommen. Grace erfuhr aus dem Fernsehen von ihrem Rauswurf …

So begann Anna Wintours Aufstieg, und schon bald bekam sie wegen ihrer eiskalten und herrscherischen Art Spitznamen wie „Nuclear Wintour“ oder „Stalin in Stilettos“ verpasst. Seitdem zittert die ganze Modewelt vor ihr. Auf ihren Wunsch hin wurde die Mailänder Modewoche von sieben auf vier Tage zusammengestrichen, weil es ihr so besser passte. Keine Schau beginnt ohne sie – auch wenn das bedeutet, dass möglicherweise Hunderte von Leuten stundenlang warten müssen. Doch wer als Designer Glück hat, den hebt sie in den Fashion-Olymp, wie zum Beispiel das Label Proenza Shouler.

Anna Wintour herrscht seit 20 Jahren unangefochten über die Modewelt – doch langsam wackelt ihr Thron. Auf ihre unvorteilhafte Darstellung in „Der Teufel trägt Prada“ reagierte sie noch cool: Zur Premiere des Films erschien sie in Prada. Respekt! Auch Angriffe von Tierschützern, die die passionierte Pelzträgerin gerne mal mit Mehl oder faulen Eiern bewerfen, lassen Miss Wintour kalt. Als man ihr bei einem Dinner einen toten Waschbären auf den Teller warf, deckte sie ihn mit ihrer Serviette zu und bestellte eiskalt einen Espresso …

Und doch wird es langsam eng für „Nuclear Wintour“: Die Chefredakteurin der französischen Vogue, Carine Roitfeld, erdreistete sich, Anna Wintour als „uniformierte Marionette“ und „leere Hülle“ zu bezeichnen – ein Zeichen, dass Anna Wintours Tage gezählt sein könnten. So etwas wagte sonst noch niemand ungestraft. Carine Roitfeld ist als Annas Erbin bei der US-Vogue im Gespräch. Auch Giorgio Armani sagte öffentlich, Anna Wintour sei ihm egal – sie hatte kurz vorher „das Ende der Ära Armani“ ausgerufen.

Ganz anders erging es Star-Stylistin Rachel Zoe: Als sie behauptete, selbst einflussreicher als Anna Wintour zu sein, wurde sie sofort von ihrer Agentur gefeuert – und auf Annas Befehl von wichtigen Modenschauen und Veranstaltungen ausgeschlossen. Niemand legt sich mit Anna Wintour an. Bisher. Doch vielleicht ist es mit fast 60 Jahren auch langsam Zeit, das Zepter aus der Hand zu geben?

Doch dass Perfektionistin Anna Wintour mal entspannt, kann man sich auch nicht recht vorstellen: Sie steht jeden Tag um 5 Uhr 45 auf, um vor der Arbeit Tennis zu spielen, wird jeden Tag professionell geschminkt und ihr legendärer Bob perfekt frisiert. Sie trägt nie flache Schuhe oder Hosen. Das wird übrigens auch von ihren Untergebenen erwartet. Aufschlussreich ist auch ihr Zitat: „Angesichts der akademischen Erfolge meiner Geschwister fühlte ich mich wie eine Versagerin. Sie waren superschlau, also arbeitete ich daran, dekorativ auszusehen“.

Es dürfte interessant werden, was aus ihrer Tochter Bree Shaffer wird – bisher begleitet sie die mächtige Mutter auf wichtige Veranstaltungen und arbeitete bei der „Teen Vogue“. Ob sie die nächste Herrscherin über den Fashion-Kosmos wird?

Weitere Artikel

fashionQueendom

* Pflichtfelder
schließen schließen