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Ich bin Paul!
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Ich bin Paul!

Wer ist eigentlich Paul? Endlich kommt er zu Wort. Und spricht über die Sache mit Marie und vieles mehr: andere Frauen, Berlin, Currywurst und 1860 München.

Zu spät, mein Schatz!

So, jetzt saß ich da. Allein, auf den Stufen zu Füßen der Bavaria. Hinter mir die Ruhmeshalle, vor mir die Wiesn mit zirka 38.400 Besoffenen und mindestens halb so vielen Liebenden. Ich war gar nichts von beiden. Hatte bislang kein einziges Bier getrunken und von Liebe und Sex war ich offenbar meilenweit entfernt. Denn von Marie war weit und breit nichts zu sehen. Schon seit einer halben Stunde fror ich mir hier die .... na, Sie wissen schon ... ab.

Das gibt’s doch gar nicht, dachte ich und dachte auch daran, wie selbstsicher ich gewesen war. Das war ja mit Abstand das Beste, was ich in Bezug auf Marie je getan hatte. Auf dem Podium im Schottenhamel zu stehen und ihren Namen in ein Mikrofon zu sagen. Warum war sie nicht aufgesprungen und hatte nicht, wie weiland Rocky Balboa seine “Adrieeeeennne”, meinen Namen gerufen? Ich bin's doch! Paul. Der Paul. Ihr Paul!

Nichts war passiert. Und es schien so, als würde heute Abend das Kapitel Marie und Paul ein für allemal enden. Schade eigentlich. Irgendwie.

Während ich so meinen Gedanken nachhing, passierten zwei Dinge fast gleichzeitig. Vor mir auf die Stufen setzte sich eine Blondine. Und zwar eine von der Sorte “Männertraum mit Matratzenqualität”. Lange blonde Haare, große Brüste, Blas... ach halt, wir sind hier ja in einer Frauen-Community.

Jedenfalls schluchzte das Mädel. In diesem Augenblick piepte mein Handy. Eine SMS. Der Absender: Marie. Aha. Nun also doch. Hat sich wohl von Jan fortschleichen können ... Aber, mein Schatz, zu spät. Paul lässt man nicht warten!

Ich setzte mich neben die Blondine, legte den Arm um ihre Schulter und nahm mir fest vor, Maries SMS morgen früh, nachdem ich die Wohnung der Blondine verlassen hatte, zu lesen.

Das war, wie ich später erfahren sollte, ein Fehler.

Ich lebe seit 18 Jahren im Westen. Habe da schon einige Westmänner gehabt, aber sorry, an die Ostmänner kommt ihr nicht ran! Für alle Ostmuttis müsste es daher das Bundesverdienstkreuz für Erziehung geben. Sie haben den Jungs ein menschenwürdiges Frauenbild vermittelt .Ich schreib gleich an den Horst Köhler. Muss man sich mal vorstellen, meine Eltern sind seit 40 Jahren verheiratet, meine Mutter bekommt einmal die Woche Blumen und ich liebe Dich Zettelchen u.s.w. .

.. was ist los mit dir?? spann uns doch nicht so auf die folter!!!!!!!! Nicht weil die Dinge unerreichbar sind wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, bleiben sie unerreichbar.

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