BeQueen Logo
Die Tochter der Seherin
(4 Bewertungen)

Die Tochter der Seherin

von Stefanie Kasper

leseKing Chrysostomus hat das neue Taschenbuch „Die Tochter der Seherin“ von Stefanie Kasper gelesen:

"Die Tochter der Seherin" von Stefanie Kasper

Handlung: vorhersehbare Liebesgeschichte vor der Kulisse der aufkeimenden Renaissance in Oberbayern, durchsetzt mit Standard-Krimielementen.

Verzückt lauschte Emma dem Plätschern der Mühle. Silberblaues Wasser hüpfte blitzend auf dem feuchten Holz der Mühlräder auf und ab. Dann verschwamm der Traum. Beim Erwachen stellte sich das Geräusch der Mühle als leise Unterhaltung heraus. Sie schlug die Augen auf. Abrupt verstummte das Gespräch der beiden Männer.

Chrysostomus:„Ich muss zugeben, dass ich ziemlich enttäuscht war. Es dauerte eine Ewigkeit, bis ich mich mit dem gut gemeinten, aber kitschigen Schreibstil angefreundet hatte. Und bedauerlicherweise täuschen die vielen blumigen Umschreibungen nicht über die dünne Geschichte hinweg. Es geht um die beiden jungen Grafenkinder Emma von Eisenberg und Marzan von Hohenfreyberg, die sich (natürlich) ineinander verlieben, um schreckliche Umstände (natürlich), deretwegen sie nicht ohne weiteres zueinander finden dürfen, und schließlich (auch natürlich) kommt die ganze Geschichte zu einem Ende, das man seit dem ersten Drittel des Buches ahnen kann.
Das Ganze spielt in der frühen Renaissance in Oberbayern. Sämtliche Klischees werden bedient und mehr als überstrapaziert.

Man erkennt, wie sehr sich die Autorin um das authentische, historische Flair bemüht, aber leider gelingt ihr das selten. Eigentlich gar nicht. Da ist Disney historischer. Eine romantische Version der Vergangenheit wird hier gezeigt, die sicher nicht an die Tatsachen heranreicht. Allein, was da alles an Aberglaube und Gewohnheit dieser Zeit ignoriert und mit modernen Ideen in altem Gewand zugetextet wird, ist hanebüchen. Und die sogenannten „erotischen Passagen“ sind einfach albern und kindisch.
Als dann auch noch Albrecht Dürer aus dem Nichts erschien, habe ich aufgegeben, diese Geschichte ernstzunehmen. Leider funktioniert sie als Parodie auch nicht.
Jedoch will ich Stefanie Kasper nicht absprechen, dass sie sich wirklich um ihren Stil bemüht, an der Materie arbeitet und voller guter Vorsätze ist. Ich hoffe, sie schafft es bei der angekündigten Fortsetzung.

Langer Rede kurzer Sinn: Ein Buch für Leute, die entweder gerade eine unglückliche Teenagerliebe hinter sich haben oder herausfinden wollen, ob man Zuckerguss mit Senf lesen kann. Auf keinen Fall etwas für Leute, die schon mal ein Geschichtsbuch in der Hand hatten.

Die Tochter der Seherin“ von Stefanie Kasper ist bei Goldmann erschienen und bei www.amazon.de für 9 Euro 95 zu bestellen.

Leseratten treffen sich im beQueen-Literaturclub! Welches ist Ihr Lieblingsbuch, welche Bücherleichen liegen in Ihrem Keller und an wen haben Sie sich bis jetzt noch nie gewagt?

Wenn auch Sie ein Buch für den Bücher-Blog besprechen möchten, dann schreiben Sie mir eine E-Mail an florina@bequeen.de – ich freue mich über neue leseQueens!

Weitere Artikel

Bücher-Blog

* Pflichtfelder
schließen schließen