
Sechs Jahre hat meine Freundin Christiane sich ein Baby gewünscht. Nein, eigentlich viel länger – sie wünschte sich auch vorher schon Nachwuchs, aber seit sechs Jahren ist sie sich sicher, den richtigen Partner dafür gefunden zu haben. Als sie ihren Thorsten kennenlernte, war beiden recht schnell klar, dass sie eine Familie wollten. Leider funktionierte es nicht wie geplant. Christiane wurde einfach nicht schwanger. Anfänglich war das kein Problem, aber im Laufe der Zeit litten beide darunter, dass es einfach nicht klappte. Auch mit Errechnen der fruchtbaren Tage und Hormonen war nichts zu machen. Besuche bei Fachärzten brachten die Beiden auch keinen Schritt weiter.
Fast wollte sie sich schon sehr schweren Herzens mit einem Leben ohne Kinder abfinden, aber so ganz konnten sie den Wunsch nach einem Baby einfach nicht vergessen. Mittlerweile tickte die biologische Uhr vor allem bei Christiane allerdings ganz gewaltig.
Vor drei Monaten – fünf Wochen vor ihrem 40. Geburtstag – hatten sie sich dafür entschieden, einen allerletzten Versuch zu wagen und sich zu einem Termin in einer „Kinderwunschklinik“ angemeldet, die auf künstliche Befruchtungen spezialisiert ist. Sie hatten vorher lange darüber nachgedacht und das Für und Wider dieses Weges diskutiert. Die meiste Angst hatten sie vor der großen psychischen Belastung, vor dem Bangen, ob es geklappt hatte. Den Tränen, wenn doch die Regelblutung nach einem Versuch einsetzen sollte. Aber sie hatten sich vorgenommen, es gemeinsam durchzustehen und es zu akzeptieren, wenn es nicht erfolgreich sein würde.
Nachdem alle notwendigen Untersuchungen in der Klinik durchgeführt waren, erklärte die behandelnde Ärztin Christiane und Thorsten, dass es sozusagen „fünf vor zwölf“ sei. Die Krankenkasse übernimmt die Hälfte der Kosten für so eine Behandlung nur, wenn die Partner verheiratet und unter vierzig Jahre alt sind. Verheiratet war das Paar bisher nicht und fünf Wochen später „drohte“ der 40. Geburtstag von Christiane.
Spontan entschlossen sich die Beiden, noch in derselben Woche zu heiraten. Hektisch telefonierte Christiane herum, um noch alles dafür zu regeln. Drei Tage später fuhren sie klammheimlich und ganz allein in einen kleinen Ort an der Ostsee und gaben sich auf einem alten Leuchtturm das Jawort – keiner von uns Freunden oder Verwandten wusste davon. Wir waren alle vollkommen überrascht von ihrer Hochzeit.
Dann warteten die frischgebackenen Eheleute auf das Einsetzen von Christianes Menstruation. Die Befruchtung sollte am ersten Tag der Regelblutung erfolgen. Aber ihre Tage setzten nicht ein, blieben aus. „Gut, der Stress hat Schuld – die Hochzeit, die Entscheidung zur künstlichen Befruchtung.“, dachte Christiane, da es schon öfter mal vorgekommen war. Langsam wurde sie ein wenig nervös, da auch ihr Geburtstag immer näher rückte. Als sie zwei Wochen „überfällig“ war, fuhr sie in die Klink und ließ sich untersuchen. Ein wenig ängstlich wartete sie auf das Ergebnis. Hoffentlich kam nun nichts mehr dazwischen, es blieb ja nicht mehr viel Zeit.
„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger.“, offenbarte ihr eine schmunzelnde Ärztin. Christiane war völlig überrascht und konnte es kaum glauben. Nach so vielen Jahren war sie einfach so schwanger geworden – noch dazu wahrscheinlich in ihrer Hochzeitsnacht. Es kommt ihr auch jetzt noch wie ein Wunder vor.
Die Ärztin aus der Kinderwunschklinik erzählte ihr, dass so etwas öfter vorkommen würde. Wahrscheinlich, weil für viele Paare der Druck „einfach so“ schwanger werden zu müssen, weg ist, sobald sie sich erstmal in die Hände der Experten begeben und die Entscheidung zu einer künstlichen Befruchtung getroffen haben.
Christiane und Thorsten sind überglücklich und freuen sich nun auf den Familienzuwachs. Vielleicht eine kleine Hoffnung für all die, bei denen es bisher auch noch nicht so recht klappen wollte mit einem Baby. Wunder geschehen eben manchmal doch.
BISHERIGE ANTWORTEN
» 13.10.08, 20:58 Uhr: Schöne Geschichte ... :-) von Anette
» 19.09.08, 09:55 Uhr: Sorry, zu schnell abgeschickt von silcrest
Hallo Yasmin,
irgendwie war ich da wohl zu schnell mit Losschicken :-). Ich wünsche Deiner Freundin ganz viel Glück. Bei uns hat es bei beiden Kindern auch nicht gleich geklappt, man verliert dann auch schnell den Mut. Bei mir war das Lockerlassen dann auch ganz wichtig... Das habe ich jetzt schon von vielen Paaren gehört, die Psyche spielt halt doch eine große Rolle....
Lieber Gruß
Silvia
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» 19.09.08, 09:42 Uhr: Hallo Yasmin, von silcrest
» 19.09.08, 09:42 Uhr: Hallo Yasmin, von silcrest
» 19.09.08, 09:42 Uhr: Hallo Yasmin, von silcrest
» 08.07.08, 11:32 Uhr: @Yools2008 von Yasmin
» 08.07.08, 11:18 Uhr: @Yasmin von Jools2008
» 08.07.08, 11:07 Uhr: @Yools2008 von Yasmin
» 08.07.08, 10:59 Uhr: @Yasmin von Jools2008
Eine ähnliche Geschichte ist meiner Freundin passiert. 5 Jahre kinderlos, künstliche Berfuchtung mit vollem Programm, 1 X auf natürlichem Wege schwanger gewesen, leider Fehlgeburt, geheiratet wegen weiterer Behandlungen, wieder auf natürlichem Wege schwanger, heute stolze Mama einer kleinen Tochter! Mich hat es auch zu Tränen gerührt! Wunder geschehen.....
» 01.07.08, 10:32 Uhr: Wunder von LaPrincipessa
ein solches wunder gab es bei uns im freundeskreis auch!
nach 10 jahren ehe und unerfülltem kinderwunsch - auch trotz mehrmaliger künstlicher befruchtung - hatten die beiden das thema kinder endgültig abgehakt und wollten sich einen langen urlaub gönnen. alles war geplant, da war sie plötzlich schwanger und samuel ist jetzt 2 monate alt!
» 01.07.08, 09:30 Uhr: Floriiina, ... von Yasmin
» 30.06.08, 22:23 Uhr: So eine schöne Geschichte!!! von Floriiina