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Ess-Störungen sind nicht logisch
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Ess-Störungen sind nicht logisch

Ein Gespräch mit Diplom-Psychologin Eva Bonekamp über Magersucht, Bulimie, Selbstwertgefühl und Pro Ana-Foren. Die angehende Psychotherapeutin war zwei Jahre lang am Virchow-Klinikum der Berliner Charité tätig und betreute dort unter anderem anorektische (magersüchtige) und bulimische Jugendliche. Derzeit entwickelt sie in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Warschburger an der Uni Potsdam ein Präventionsprogramm gegen Ess-Störungen.

Warum ist Magersucht so gefährlich?

Diplom-Psychologin Eva Bonekamp 

Warum ist Magersucht so gefährlich?

Die Anorexie (Magersucht) gehört zu den wenigen psychischen Störungen, bei der die Gefahr von körperlichen Folgeschäden besteht und die auch zum Tode führen kann. Das ist glücklicherweise sehr selten, auch weil sich die medizinische und therapeutische Betreuung verbessert haben. Besonders gefährlich sind Herz- und Nierenprobleme. Auch Hormonstörungen und Knochenabbau sind mögliche Folgen.

Die Anorexie ist im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen relativ schwierig zu behandeln und kann auch einen chronischen Verlauf nehmen. Die Störung ist mit hohen Einschränkungen im Alltag und einem Leidensdruck für die Betroffenen und das Umfeld verbunden.

In welchem Alter treten Anorexie und Bulimie vor allem auf?

Die Anorexie hat meist einen früheren Beginn als die Bulimie, sie tritt am häufigsten zwischen 14 und 18 Jahren auf. Die Bulimie beginnt meist im späten Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter. Es kann passieren, dass eine Anorexie später in eine Bulimie übergeht. Umgekehrt ist es jedoch selten, dass eine Bulimie in eine Anorexie übergeht.

Man hört ja immer öfter von Männern, die magersüchtig sind. Haben die in den letzten Jahren „aufgeholt“?

Das ist sehr schwer zu beurteilen, weil man nicht weiß, ob wirklich die Zahl der Erkrankungsfälle zugenommen hat oder nur die Zahl der Männer, die ihre Ess-Störung nicht mehr verheimlichen. Grund dafür könnte sein, dass immer häufiger auch Ess-Störungen bei Männern thematisiert werden und diese somit nicht mehr als reine „Frauenkrankheit“ gelten. Männer haben dann weniger Scham, sich um eine Therapie zu bemühen. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist ungefähr 1:10, das heißt, dass auf zehn erkrankte Frauen ein erkrankter Mann kommt. Außerdem ist bekannt, dass Ess-Störungen verstärkt in bestimmten Berufen vorkommen, wie bei Models und bei Sportarten, für die ein geringes Körpergewicht verlangt wird, zum Beispiel beim Skispringen.

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